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Sanierungsprojekt: VENOC

An der Neubrandenburger Straße im Ortsteil Brinckmansdorf der Hansestadt Rostock, entlang des Bahndammes der Strecke Rostock – Stralsund und nahe der Oberwarnow, liegt die Fläche der ehemaligen Vereinigten Norddeutschen Chemiehandel GmbH (VENOC).
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unterlag der Standort einer wechselnden gewerblichen und industriellen Nutzung. Bis 1991 wurden auf der Fläche Chemikalien gelagert und umgeschlagen. Dabei kam es auf mehreren Teilflächen zu erheblichen Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers mit Lösungsmitteln.

Seit 2008 wird ein umfassendes Grund- und Oberflächenwasser-Monitoring durchgeführt und laufend ausgewertet. In Auswertung der bisherigen umfangreichen Untersuchungsergebnisse wurde festgestellt, dass von der Altlast keine akuten Gefahren für die Umwelt, die Anwohner und die Trinkwasserversorgung der Hansestadt ausgehen.
Das Ziel der Sanierung ist ebenfalls auf den Flächennutzungsplan der Hansestadt abgestellt. Dieser sieht in seiner aktuellen Fassung für das ca. 8 ha große Areal eine Grünfläche vor. Für die Herstellung dieser Grünfläche ist in enger Abstimmung mit dem zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (STALU MM) ein geeigneter Sanierungsplan erstellt worden, um die Gefahren, die vom Standort über das Grund- und Oberflächenwasser ausgehen, zu unterbinden. Durch die behördlich abgestimmte und engmaschige Überwachung des Grund- und Oberflächenwassers sowie einem Ereignismanagementplan wird zu jeder Zeit gewährleistet, dass auch zukünftig keine relevanten Belastungen des Oberflächengewässers Warnow auftreten können.
Derzeit wird das Gelände mit schlecht wasserdurchlässigem Geschiebemergel in ausreichender Mächtigkeit und entsprechender Kubatur abgedeckt. Lokale Hotspots im Boden wurden dafür zuvor entfernt. Diese Vorgehensweise entspricht den behördlich festgelegten Sanierungszielen und ist an diesem Standort die verhältnismäßigste Maßnahme zur Gefahrenabwehr.

Seit Oktober 2020 wird das am nördlich gelegenen Bahndamm befindliche Einlaufbauwerk durch die DB Netz AG erneuert. Diese Maßnahmen werden wegen der örtlichen Lage innerhalb der Trinkwasserschutzzone II von einer Grundwasserhaltung und -abreinigung flankiert und mittels Monitoring zusätzlich überwacht. Die Bauabnahme der Gesamtmaßnahme ist für den Sommer 2021 avisiert.
Neben lokalen sanierungsvorbereitenden Maßnahmen werden bereits seit 2017 unbelastete, bindige Böden für die Sanierungsmaßnahmen angefahren. Der erste Bauabschnitt konnte mit einem Anteil der gelieferten, bindigen Z0-Böden bereits im September 2020 fertig gestellt werden. Auf der ca. 50 cm aufgeschütteten, planierten und modellierten Fläche sind auch die Vorkehrungen für die Herstellung der Kompensations- und Ersatzmaßnahmen geschaffen worden, die sich im 2. und 3. Bauabschnitt fortsetzen. Es handelt sich hierbei um die Anlage von Heckenpflanzungen und Feldgehölzen, sowie dem Wegebau hin zu den gesicherten Grundwassermessstellen, die während und auch nach der Sanierung weiterhin beprobt werden müssen.
Die Fertigstellung der Abdeckung auf dem gesamten Areal ist für Ende 2022 vorgesehen.

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